Vortrag: Studium Luft- und Raumfahrttechnik

18. Feb. 2019

Nachdem bei der letzten Veranstaltung zur Studien- und Berufsinformation – im Dezember 2018 – die Informationstechnologie im Mittelpunkt stand, konnten wir am Freitag, 15. Februar, wieder einen ehemaligen Schüler für einen Vortrag zur Luft- und Raumfahrttechnik gewinnen.
Alexander Heide, Abitursjahrgang 2008, nahm sich 90 Minuten Zeit, um unsere Schüler in die Welt dieses spannenden Studiengangs zu entführen. Er selbst erhielt sein Wissen an der Fachhochschule Aachen, seit 2016 arbeitet Alexander Heide als Systemingenieur bei Airbus Defense and Space in Manching bei Ingolstadt. Wichtig war für unsere Schüler zu erfahren, in welche einzelnen Disziplinen sich das Studium untergliedert. Hier ein Überblick in Kurzform: Leichtbau, Materialforschung, Aerodynamik, Flugmechanik und Flugregelung, Antriebstechnik, Strukturdynamik/Aeroelastik, Simulationstechnik, Navigation, Avionik (bezeichnet die Gesamtheit der elektrischen und elektronischen Geräte an Bord eines Fluggerätes).
Alexander Heide erläuterte ausführlich, worin sich die Unis (neun in Deutschland) und Fachhochschulen (acht in Deutschland), die dieses Studium anbieten, unterscheiden. Die Quintessenz war, dass, wie nicht anders zu erwarten, die Unis großen Wert auf die Forschung legen, die FHs dagegen einen starken Praxisbezug mit umfangreicher Wissensvermittlung präferieren. Wer sich allerdings für ein Duales Studium, das zum Beispiel Airbus in Friedrichshafen anbietet, entscheidet, wird später eher im Bereich Koordinierung und Management eingesetzt, Forschung und Entwicklung bleiben dann außen vor. Ganz allgemein wies Heide darauf hin, dass nur zehn Prozent Talent fürs Studium wichtig seien, 90 Prozent Fleiß müssten dazukommen. „Luft- und Raumfahrttechniker sind Allrounder, die eine Mischung aus Physiker, Elektroniker und Informatiker darstellen“, so ergänzte Alexander Heide das Berufsbild. Sein Ausblick auf die Zukunftsaufgaben in der Luft- und Raumfahrttechnik überraschte nicht, fügen sie sich doch nahtlos in die Trends des 21. Jahrhunderts ein: Digitalisierung der Wirtschaft. Big and Smart Data. Alternative Treibstoffe (zum Beispiel auch Algen). Autonome Flugsysteme. Cyber-Sicherheit. Intelligente Mobilität.
Und mit einem Augenzwinkern gab er zum Schluss noch ein klares Signal in Richtung Grundvoraussetzung für diesen Beruf: Wer später ungern den Standort wechseln und wenig umziehen möchte, sollte diesen Studiengang meiden.

Angelika Jeni